Der eigerüstete Westturm
Mainz. Der Mainzer Dombauverein wird die Erneuerung der Spitze des Westturms des Mainzer Doms finanzieren. Das gab der Mainzer Domdekan, Prälat Heinz Heckwolf, bei einer Pressekonferenz am Mittwoch, 24. August, im Dombauamt in Mainz bekannt. Die Kosten für die Erneuerung der Domturmspitze belaufen sich auf rund 120.000 Euro. Bei der Pressekonferenz erläuterten Heckwolf und Baudirektor Johannes Krämer, Dezernent für Bau- und Kunstwesen im Bistum Mainz, die Schäden am Westturm des Domes. Der von Ignatz Michael Neumann 1774 errichtete Westturm ist mit 83 Metern der größte und höchste der sechs Mainzer Domtürme.
Die Spitze des Westturms müsse erneuert werden, da die Stabilität des Turmhelms nicht mehr gewährleistet werden könne, sagte Krämer. Unter anderem sei der Ringanker, der die Konstruktion hält, gerostet und das Mauerwerk an vielen Stellen aufgeplatzt. Die 7,5 Meter hohe und 22 Tonnen schwere Turmspitze wird aus sieben neuen Steinen zusammengesetzt. „Die Steine wurden bereits in einem Steinbruch bei Miltenberg gesprengt", sagte Jörg Walter, Steinmetz von der Mainzer Dombauhütte.
In der Firma Zeller Natursteinwerke, die ihren Sitz in Umpfenbach bei Miltenberg in Unterfranken hat, werden die Steine - soweit machbar - derzeit vorgeschnitten, bevor sie nach Mainz geliefert und fertig bearbeitet werden. „Wir planen, dass die Steine Ende September, Anfang Oktober dieses Jahres kommen", sagte Walter. Dann werden die Steinmetze der Mainzer Dombauhütte eine Kopie der kompletten Domspitze erstellen. Im nächsten oder übernächsten Jahr soll dann die Turmspitze mit Hilfe eines Spezialkrans in einer mehrtägigen Aktion ausgetauscht werden. Die Gesamtsanierung des Westturms wird voraussichtlich rund fünf Jahre dauern.
Darüber hinaus wies Krämer darauf hin, dass sich der Westturm trotz dreier verschiedener Baustile - Romanik, Gotik und Barock - „zu einem harmonischen Gesamtbild" zusammenfüge. „Das ist das Besondere an diesem Turm", sagte er. Heckwolf und Krämer wiesen darauf hin, dass im Rahmen der letzen Domsanierung, die 1975 endete, Schäden an den Steinen nicht durch Steinaustausch, sondern durch Auftragen der Steinersatzmasse Mineros erfolgt sei. Es habe sich herausgestellt, dass sich die Masse nicht mit den Steinen vertrage und nun wieder in „mühevoller Kleinarbeit" abgetragen werden müsse. Die Domsanierung war im Jahr 2001 begonnen worden, die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 25 Millionen Euro. „Wir hoffen, nach 15 Jahren die Außensanierung abgeschlossen zu haben", sagte Heckwolf.
am(MBN)
Arbeiten bei der neuen Medienanlage
Finanzierung durch den Dombauverein / Steuerungszentrale in der Bischofsgruf
Mainz. Die neue Lautsprecher- und Medienanlage ist seit dem vergangenen Wochenende (Samstag, 23. Oktober) in Betrieb. Neben einer neuen Lautsprecheranlage, die das veraltete System ersetzt, wurde eine moderne Medientechnikanlage im Dom installiert, so dass neben der besseren Akustik für die Besucher unter anderem auch bessere Kommunikationsmöglichkeiten von Musikern und Zelebranten untereinander und bessere Bedingungen für Live-Übertragungen von Gottesdiensten im Fernsehen oder Internet geschaffen wurden. Finanziert wurde die rund 700.000 Euro teure Anlage, die seit Juli eingebaut wurde, vom Mainzer Dombauverein. Bei einem Rundgang am Donnerstag, 28. Oktober, mit Projektleiter Manfred Eiffinger informierten sich der Mainzer Domdekan, Prälat Heinz Heckwolf, und die Vorsitzende des Mainzer Dombauvereins, Sabine Flegel, zusammen mit Geschäftsführer Horst Ernerth vom ausführenden Unternehmen, BFE Studio und Medien Systeme GmbH aus Mainz, über die neue Anlage.
Es sei darauf geachtet worden, die Technik so unauffällig wie möglich in den Dom zu integrieren, sagte Heckwolf. Insgesamt wurden rund 32 Kilometer Kabel im Dom verlegt. So passten sich die neuen schwarzen Lautsprecher optisch sehr gut in den Dom ein und auch die eingebauten Kameras seien nahezu unsichtbar, sagte Heckwolf. Künftig können Journalisten etwa über Kabeltanks im Boden des Domes Predigten oder Vorträge direkt über die Medienanlage aufnehmen. Auf diese Weise wird es auch nicht mehr notwendig sein, bei Gottesdienstübertragungen oder besonderen Veranstaltungen lange Kabel im Dom zu verlegen. Auch neue Liedanzeigetafeln und eine Induktionsschleife für Schwerhörige in der vorderen Hälfte des Hauptschiffes gehören zu den Neuerungen. Die Steuerungszentrale für die aufwändige Technik befindet sich in einem Seitenraum der Bischofsgruft.
Bei den Weihnachtsgottesdiensten werden erstmals in den Seitenschiffen insgesamt sechs Monitore aufgestellt, damit die Besucher überall im Dom das Geschehen am Hauptaltar verfolgen können, kündigte der Domdekan an. „Es hat schon Anfragen von anderen Domen gegeben, die sich für unsere neue Technik interessieren", sagte Heckwolf. Sabine Flegel dankte den ausführenden Unternehmen für „die herausragende Arbeit, die hier geleistet worden ist". Und weiter: „Es ist wichtig, dass wir als Mainzer Dombauverein in diesem Bereich Akzente setzen konnten." Jeder Dombesucher werde wahrnehmen können, dass sich die Akustik im Dom verbessert habe.
tob (MBN)