Peter Krawietz liest aus Zuckmayers „Fastnachtsbeichte“
Von Lea Mittmann
16.02.2012-Mainz
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de
In der andächtigen Düsternis des Doms wirkt der illuminierte Beichtstuhl besonders. Er ist ein Kriminalschauplatz: Vor 99 Jahren wurde darin ein Toter aufgefunden. Der Mord geschah zwar nur auf dem Papier, doch die Geschichte vom mysteriösen Messerstich in den Rücken des jungen Dragoners, der am Fastnachtssamstag des Jahres 1913 im Beichtstuhl gefunden wurde, wird an diesem Abend wieder lebendig.
Peter Krawietz sitzt an einem Lesepult vor dem Altar und liest aus Carl Zuckmayers Novelle „Die Fastnachtsbeichte“, die vor über 50 Jahren veröffentlicht wurde. Der ehemalige Kulturdezernent und Präsident der Carl-Zuckmayer-Gesellschaft, der auch im Vorstand des Dombauvereins aktiv ist, hatte bereits 2009 am Originalschauplatz der Erzählung Szenen des Buches vorgelesen. Die erfolgreiche Literaturveranstaltung wurde nun zum zweiten Mal vom Dombauverein organisiert.
Auch diesmal sind so viele Interessierte gekommen, dass die Bänke dicht besetzt sind. Konzentriert wird der Geschichte gelauscht, die von Zuckmayer im Volkston eines romantischen Märchens verfasst wurde. In dem Werk treffen Unbewusstes und Bewusstes, Geist und Trieb aufeinander. Während der „heitere Lärm“ der Fastnacht die Straßen erfüllt, herrscht im Dom „steinerne Stille“. Detailgenau und poetisch beschreibt Zuckmayer in seiner Kriminalgeschichte, die mit dem leblosen Körper im Beichtstuhl beginnt, und entwickelt eine Story über Schuld und Liebe. Die Fastnachtstage dienen dem Autor als perfekter Zeitrahmen für sein literarisches Verwirrspiel. Am Aschermittwoch erfährt die Verlobte des Ermordeten, wer der Täter war. Krawietz verrät es nicht. Er beendet die Lesung, wie er sie begonnen hat - mit einer Beichtstuhlszene und knipst im spannendsten Moment das Schreibtischlicht aus. Die Zuhörer bleiben noch einen Moment gebannt sitzen, und verlassen dann den Schauplatz - aber nicht ohne vorher noch einen Blick auf den hell erleuchteten Beichtstuhl zu werfen und zu schaudern.
Mainz - 18.10.2011
Die Bäckerei „Werner’s Backstube“ bietet in diesem Jahr erstmals einen Mainzer Domstollen an, der zu Gunsten des Mainzer Dombauvereins verkauft wird. Der Mainzer Domdekan, Prälat Heinz Heckwolf, hat zusammen mit der Vorsitzenden des Mainzer Dombauvereins, Sabine Flegel, und Thomas Neger, dem Sänger des Fastnachtsliedes „Im Schatten des Doms“, bei einem Pressetermin am Dienstag, 18. Oktober, die ersten Stollen gebacken. „Eine prima Idee“ sei der Domstollen, sagte Domdekan Heckwolf bei der Vorstellung. Und weiter: „Ich bin immer wieder überrascht, wie kreativ die Mainzer sind, wenn es darum geht, Geld für die Sanierung des Mainzer Doms zu sammeln.“
Der offizielle Verkauf der Stollen, die rund vier Wochen im Dom eingelagert werden, beginnt am Donnerstag, 24. November, um 19.00 Uhr im Rahmen der Eröffnung des Mainzer Weihnachtsmarktes. Danach werden die Stollen, die in einer Schmuckdose in den Handel kommen, in den Filialen von „Werner’s Backstube“ und in der Dominformation erhältlich sein. Vom Verkauf kommen jeweils zwei Euro dem Mainzer Dombauverein zu Gute.
Foto in druckfähiger Qualität unter www.bistum-mainz.de/presse
Foto: Sascha Kopp
Wackelt der Dom? Mainzer Dombauverein fürchtet Schäden durch ECE-Baustelle
03.09.2011 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de
Von Monika Nellessen
Bringt ECE den Mainzer Dom ins Wackeln? Die Vorsitzende des Dombauvereins, Sabine Flegel, macht diese Sorge publik: „ECE plant zwei riesige Untergeschosse für Basement, Anlieferung und
Tiefgarage, geht also 10 Meter in die Tiefe. Wer Mainz und die Grundwasserverhältnisse kennt, weiß, dass eine solche Baugrube hochproblematisch für alle Gebäude in der Umgebung ist. Wir wollen
aber nicht, dass unser Dom Risse bekommt oder Schlimmeres passiert.“
Auf AZ-Anfrage bestätigt Generalvikar Dietmar Giebelmann, die Dombauvereins-Vorsitzende stehe mit ihrer Befürchtung nicht alleine. „Wir wissen nicht, welche Folgen der Eingriff ins Erdreich für
den Dom, aber auch für weitere Gebäude in unserem Besitz am Bischofsplatz, am Weihergarten, in der Fust-straße und in der Johannisstraße hat.“ Daher wird das Bistum nach Angaben der Bischöflichen
Rechtsamts beim Landgericht beantragen, einen unabhängigen Gutachter zu beauftragen.
Baulicher Zustand wird dokumentiert
In einem sogenannten selbständigen Beweisverfahren soll der aktuelle bauliche Zustand dokumentiert werden, um Risiken abzuschätzen und eine Beweisgrundlage für eventuelle Schadenersatzforderungen
zu haben. Die Kosten müsse die Stadt tragen, meint Giebelmann. Ein von ECE initiiertes Gutachten oder einen Gutachter, der Geschäftsbeziehungen zu ECE unterhalte, akzeptiere das Bistum
nicht.
Bekanntermaßen steht der Dom zwei bis drei Meter im Wasser. Dabei handelt es sich vor allem um so genanntes Schichtwasser, also um Feuchtigkeit, die von der Oberfläche ins Erdreich eindringt.
Zwar wurden die Holzpfähle, auf denen der Dom einst errichtet wurde, Anfang des 20. Jahrhunderts durch Betonpfeiler ersetzt. Denn das Holz war zusehends verrottet, nachdem der Grundwasserpegel
durch die Rheinregulierung gesunken war. Doch auch heute noch ist wichtig, dass der Wasserspiegel nicht abrupt abnimmt oder unterirdische Wasserströme, die vom Hang des Kästrichs Richtung Rhein
verlaufen, plötzlich einen anderen Weg nehmen. Denn sonst könnten Fundamentteile des Doms, die bislang von Nass umgeben sind, auf einmal trocken liegen und Schaden nehmen oder das Erdreich
insgesamt in Bewegung geraten.
Angst um Gotteshäuser
Unter dieser Prämisse sieht Dr. Bettina Opitz-Chen, Pfarrerin der benachbarten evangelischen Johanniskirche, auch für ihr Gotteshaus die Lage dramatisch: „Ich habe Angst, dass die älteste Mainzer
Kirche durch einen sinkenden Grundwasserpegel, aber auch durch Erschütterungen während der Bauarbeiten im Bestand gefährdet wird.“ Auch das Pfarrhaus, noch näher dran am Bauvorhaben, will
Opitz-Chen vor „Kölner Verhältnissen“ schützen: „Was passiert, wenn in der Nachbarschaft der Baustelle alles abrutscht.“
Was den diskutierten Verkauf kirchlicher Immobilien angeht, legte sich Generalvikar Giebelmann fest: Das Bistum werde das Grundstück um die Pax-Bank, das ECE für die geplante Brücke über die
Eppichmauergasse und somit für die Passage Richtung Weihergarten braucht, nicht hergeben: „Das Haus und das Grundstück sind unverkäuflich.“
Werden Häuser und Zufahrten zugemauert?
Auch für das Wohn- und Geschäftshaus in der Fuststraße macht er ECE wenig Hoffnung. „Im Augenblick sage ich ganz klar, wir haben keinen Grund zu verkaufen.“ Es gehe um 20 Mietparteien, die teils
schon seit 25 Jahren dort wohnten. Eines ist Giebelmann allerdings bewusst: „Es kann sein, dass sie uns das Haus quasi zumauern.“ Das Bistum werde in jedem Fall die rechtlichen Möglichkeiten als
Anlieger ausschöpfen.
Dies gelte auch für die Frage der Verkehrsanbindung. Bislang sind das Bischöfliche Ordinariat und das Bischofshaus über Weihergarten (Zufahrt) und Eppichmauergasse (Abfahrt) per Auto erreichbar,
wie das künftig sein solle, sei ihm unklar, so Giebelmann.
Der "Dom Gockel" auf dem Hauptturm des Mainzer Doms. Foto: Sascha Kopp
Domsanierung in Mainz:
Wechsel an der Spitze ist die größte Herausforderung
25.08.2011 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de
Von Michael Jacobs
Es ist eine Himmelfahrt der ganz besonderen Art: Mit einem Ruck setzt sich der acht Personen fassende Aufzug in Bewegung, gleitet im Schneckentempo an den silbernen Gerüststreben des Westturmes
empor bis zu einem leicht vibrierenden Steg, der sich in 40 Meter Höhe über den Kreuzgang schwingt, wo an der Turmwand schon der nächste Lift für die Arbeiter der Dombauhütte wartet. Ab
Höhenmeter 55, dort, wo die kupfergrünen Wasserspeier ihre Fabelhäupter aus dem Gemäuer recken, ist akutes Sanierungsgebiet, umschlingt den aus Romanik-, Gotik- und Barock-Elementen 1774 von
Ignatz Michael Neumann neu komponierten Turmhelm ein lückenloses Gerüstkorsett.
Seit der Westturm des Doms im vergangenen Jahr durch ein stählernes Skelett aus Sprossen und Streben von außen besteigbar wurde – mit der gewaltigen Gerüstkonstruktion könnte man 100
Einfamilienhäuser umkleiden – sind die Schäden an seiner oberen Bausubstanz augenfällig geworden. Die Ende der 50er Jahre zum Stopfen der Risse und Spalten verwendete Steinersatzmasse (Mineros)
hat sich an vielen Stellen abgelöst und muss nun durch den domtypischen roten Mainsandstein aus Miltenberg ersetzt werden.
Ein 200-Jahre-Projekt
Die größte Herausforderung stellt aber die komplette Auswechselung der 7,5 Meter hohen und über 20 Tonnen schweren Turmspitze dar. Deren vollständige Erneuerung nennt Domdekan Heinz Heckwolf denn
auch ein 200-Jahre-Projekt. Die Spitze, gekrönt vom kupfergoldenen Domsgickel in 83 Meter Höhe, sei zunehmend instabil geworden, sagt Heckwolf. Der Grund für das Mürbewerden des Steins liegt im
eisernen Ringanker am Sockel des innen hohlen Aufsatzes, der rostig geworden ist und den Sandstein platzen lässt.
Die Arbeiten für die neue Turmspitze sollen noch in diesem Jahr beginnen. Das Baumaterial, insgesamt sieben Steine, sei schon im Steinbruch in Freudenberg nahe Miltenberg gebrochen, die Blöcke
gesägt, sagt Dombauhütten-Steinmetz Jörg Walter.
Fünf-Jahres-Sanierung
In den nächsten Monaten müssen nun die 34 Tonnen Rohsandstein auf gut 20 Tonnen originalgetreues Turmspitzenformat künstlerisch getrimmt werden. Erst dann wird die marode Spitze abgenommen und
die neue mithilfe eines Riesenkrans aufgesetzt. Auf einen genauen Zeitpunkt des Wechsels an der Spitze des Gotteshauses wollte sich Heckwolf am Mittwoch nicht festlegen. Die gesamte Sanierung des
Westturmes könnte bis zu fünf Jahre dauern.
Die Kosten für die Ausbesserung der alten Steinersatzmasse sowie für den Kraneinsatz belaufen sich jeweils auf circa 60.000 Euro. Die Finanzierung, so Kotzur, sei durch die Unterstützung des
Dombauvereins abgesichert. Die im Jahr 2001 begonnene Rundumsanierung des Doms mit einem Kostenrahmen von 25 Millionen Euro war ursprünglich auf 15 Jahre angelegt. Ob dieser Zeitrahmen
eingehalten werden kann, ist eher unwahrscheinlich. Gut Stein will eben Weile haben.
Luftbild des Areals rund um das ehemalige Karstadt-Gebäude in der Mainzer Innenstadt. Foto: Alfons Rath
Bistum Mainz will Immobilien rund um Karstadt nicht für Einkaufszentrum hergeben
07.07.2011 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de
Von Monika Nellessen
Das Bistum ist nach aktuellem Sachstand nicht bereit, Immobilien zu verkaufen, die sich in Konzepten für das neue Einkaufszentrum in der Ludwigsstraße wiederfinden. Generalvikar Dietmar
Giebelmann bestätigte auf AZ-Anfrage, dass Kardinal und Domkapitel auf Basis der derzeit vorhandenen Informationen „keinen Grund sehen“, entsprechenden Besitz zu veräußern.
Dabei geht es erstens um das Gebäude der Pax-Bank in der Eppichmauergasse, das nach Vorstellungen des potenziellen Investors ECE in die neue Shopping Mall einbezogen werden soll. Zweitens gehört
der Kirche, konkret dem Domkapitel, ein Gebäude in der Fuststraße, gegenüber dem bisherigen Karstadt-Nebeneingang, das sowohl bei Multi Development als auch bei ECE eingeplant ist.
Unterschriften für Erhalt des Domblicks gesammelt
Im Vergleich der Investoren-Modelle sieht sich das Bistum offenkundig stärker von den ECE-Plänen betroffen, da diese eine größere Fläche beanspruchen. So führt der Zugang zum Bischofshaus über
den Bischofsplatz, unter dem ECE eine Tiefgarage vorsieht. Immobilieneigentümer ist das Bistum ebenfalls in der Weihergartenstraße. „In diesem Ensemble gehören uns einige Häuser von
baugeschichtlicher Bedeutung, wir werden darauf achten, dass sie diesen Wert behalten“, äußerte der Generalvikar Skepsis gegenüber einem „überdimensionierten Neubau“ in unmittelbarer
Nachbarschaft. Dass das Bistum aber beileibe nicht nur den eigenen Besitz, sondern vielmehr die Attraktivität der gesamten Innenstadt durch einen „übermächtigen Klotz“ in Gefahr sieht, hatte
Kardinal Lehmann bereits Ende Mai in einem Meinungsbeitrag für die Bistumszeitung „Glaube und Leben“ ausgeführt (siehe Auszüge).
Die Vorsitzende des Dombauvereins, Sabine Flegel, hat mittlerweile 1.500 Unterschriften dafür gesammelt, trotz des Einkaufszentrums den Domblick vom Schillerplatz aus zu erhalten. Dabei betont
sie, der „Domblick“ sei für sie „nur das Synonym dafür, das geplante Einkaufszentrum nicht zu groß werden zu lassen“. Flegel: „Wir Mainzer wollen den Dom sehen, vor allem aber wollen wir unsere
Innenstadt und die vorhandenen historischen Strukturen nicht kaputtmachen lassen.“ Die Vereinsvorsitzende, zugleich CDU-Stadtratsmitglied, sieht nach dem aus ihrer Sicht „unprofessionellen und
inhaltsleeren Auftritt der Stadtspitze beim Ludwigsstraßenforum“ inzwischen sogar den auch von der CDU getragenen Grundsatzbeschluss des Stadtrates für ein neues Einkaufszentrum kritisch.
Mehr Gesamtfläche befürchtet
„Ein solches Votum darf nicht dazu missbraucht werden, dass wir einem Investor freie Hand lassen, was er im Herzen unserer Stadt baut.“ Hier sei Baudezernentin Marianne Grosse (SPD) gefordert,
Pflöcke einzuschlagen. So befürchtet Flegel, die bislang diskutierte Verkaufsfläche des ECE-Konzepts von 30.000 Quadratmetern stelle nur die Nettoverkaufsfläche dar. Wenn man Wege, Treppen,
Plätze dazurechnet, sei man schnell bei rund 55.000 Quadratmetern. Flegel: „Das sind mehr als fünf Fußballfelder. Verkraftet dies aber unsere Innenstadt, wenn vergleichbare Einkaufszentren pro
Tag 25.000 Besucher haben, so viele, wie wir derzeit täglich in unserer gesamten City?“ Auch das Verkehrskonzept findet Flegel bedenklich: „Rund 400 Parkplätze sind viel zu wenig. Und dass die
Leute mit dem ÖPNV in die Stadt fahren, ist doch mehr frommer Wunsch als gängige Praxis.“
ECE-Development Managerin Sandra Harms betonte auf AZ-Anfrage, das dem Stadtvorstand und den Ratsfraktionen vorgestellte Konzept sei „nur ein Planungsentwurf“, der als „Diskussionsgrundlage für
das Gespräch mit der Politik, den Bürgern und den Grundstückseigentümern“ gedacht sei, mit denen man selbstverständlich unmittelbaren Kontakt suche. ECEverspreche ein Konzept, das „wie ein
Maßanzug“ auf die Stadt passe.
Elisabeth Haag mit Sohn Helmut und Tochter Silvia Weimer freut sich über den Sieg ihres Hauses am Schönbornplatz 4. Foto: hbz/Stefan Sämmer
Hausnummer vier gewinnt
22.06.2011 - BODENHEIM
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de
Von Margit Dörr
SCHÖNBORNPLATZ Besucher küren das schönste Anwesen bei einem Fest
„Das Regenwetter bremst die Feierfreude nicht“, war der Tenor der zahlreichen Gäste, die sich zum Schönbornplatzfest eingefunden hatten. Nachdem in den vergangenen Jahren viele Anwohner ihre
teilweise unter Denkmalschutz stehenden Häuser renoviert und saniert haben, wollte man miteinander feiern. Im Mittelpunkt stand die Wahl des schönsten Hauses am Schönbornplatz durch die
Festbesucher.
Im Wahllokal wurde dem Wähler ein Stimmzettel ausgehändigt, auf dem man sich für eines von elf Häusern entscheiden konnte. Auch Spenden konnten abgegeben werden, denn der Erlös der Veranstaltung
kam dem Mainzer Dombauverein zu Gute. Organisator und Unternehmer Hagen Wolf, unter dessen Regie einige Häuser renoviert wurden, freute sich über die Resonanz.
„Eine tolle Idee“, meinten Hans Rackow und Angelika Steffen, die vor zwei Jahren eine Wohnung in dem zur Wahl stehenden Haus mit dem klangvollen Namen „Die schönste Aussicht“ bezogen haben.
Rosemarie Achatz hatte dem Molsberger Hof („Abgebrannt und wieder aufgebaut“) ihre Stimme gegeben, ihr Ehemann favorisierte den Metternicher Hof („Locker mit Ocker“). Bei der Bekanntgabe der
Sieger durch Dirk Baum, einem der Organisatoren, und Frank Brunswig, der mit den Fastnachtern Rainer Dietz und Ciro Viscone moderierte, lagen die beiden gar nicht so falsch. Denn der Metternicher
Hof wurde auf den dritten Platz, der Molsberger Hof auf den zweiten Platz gewählt. Sieger mit 133 Stimmen wurde das Haus „Frisch saniert steh ich zur Wahl“ (Liste 6) am Schönbornplatz 4.
Die 82-jährige Eigentümerin Elisabeth Haag nahm mit Sohn Helmut und Tochter Silvia Weimer die Glückwünsche entgegen. Der Preis ist die Übernahme der Grundsteuer durch das Güterhaus Hagenwolf für
ein Jahr. Das um 1800 entstandene Gebäude erstrahlt in einem blassen Mintgrün; anthrazitfarbene Sandsteinelemente und braun gestrichene Klappfensterläden und Tor sorgen für einen geschmackvollen
Kontrast.
Sabine Flegel, die Vorsitzende des Mainzer Dombauvereins, wurde der Erlös des Festes in Höhe von 11 120 Euro überreicht: „Diese Idee ist mehr als originell. So etwas kennen wir Mainzer nicht.“
Barockorgel vom Müll gerettet
09.06.2011 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de
Von Bernd Funke
DOM Seitenteil derzeit in Ausstellung zu sehen / Hans-Jürgen Kotzur: Wiedereinbau durchaus möglich
Eine nachgerade einmalige Chance: Während noch über neue Orgeln für den Dom beraten wird, zeigt sich in der aktuellen Ausstellung „Der verschwundene Dom“ ein barockes Kleinod, das einen ganz
besonderen Aspekt in die Diskussion um die Gestaltung der Orgeln bringen könnte - der komplett erhaltene Prospekt der Orgel von 1702. Diözesankonservator Dr. Hans-Jürgen Kotzur artikuliert seine
Vision: „Bis Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts hat die Orgel auf der Nordchorette gestanden. Es wäre durchaus möglich, das wirklich gut erhaltene Gehäuse auch auf der Südchorette, wo
heute der Spieltisch steht, zu verwenden.“
Abenteuerliche Rettung der barocken Kostbarkeit
Die Geschichte der barocken Kostbarkeit und ihrer Rettung ist abenteuerlich. Man schrieb das Jahr 1988, als der damalige Dombaumeister Jakob Stockinger einen Keller neben dem Heizungskeller des
Doms „entrümpelte“. Viel Holz landete damals in einem Abfallcontainer und wäre wohl auf der Müllkippe gelandet, wenn nicht Hans-Jürgen Kotzur mit einem Blick („Da sieht man, wie wichtig
kirchliche Denkmalpflege und ein Konservator ist“) erkannt hätte, dass es sich um „Teile aus barocker Zeit“ handelte, die da entsorgt werden sollten. „Zunächst habe ich gedacht, dass es sich um
die Reste eine barocken Altars handeln würde und habe das gesamte Holz in unser Magazin nach Arnsheim bringen lassen.“
Dann jedoch erhielt Kotzur den entscheidenden Hinweis, dass es sich bei dem Zufallsfund auch um die Domorgel handeln könnte. „Ich habe dann mal alles auslegen lassen, um zu sehen, ob noch alles
vorhanden ist.“ Ergebnis der Begutachtung: Alle hölzernen Teile sind erhalten. Und um ganz sicher zu gehen, dass weder der „Zahn der Zeit“ noch der Holzwurm an den mehr als 300 Jahre alten Teilen
nagen, wurden sie zum Begasen nach Frankfurt gebracht, ehe ein Seitenteil (mit aufgemalten Orgelpfeifen) den Weg in die Ausstellung fand.
Im Katalog zur Ausstellung heißt es: „Auf der nördlichen Bühne (der barocken Choretten) kam 1702 eine von Domspeichermeister Johann Ludwig Cützner gestiftete und von Johann Jakob Dahm verfertigte
Orgel zur Aufstellung, deren Prospekt mit geschwungenen Säulen und Flammenvasen ebenfalls typische Barockelemente aufweist.“
Für Diözesankonservator und Dommuseums-Direktor Kotzur stellt sich die Frage, was nach Ende der Ausstellung mit der wiederentdeckten Orgel geschieht. „Es wäre eine Schande, dieses zum Dom und in
den Dom gehörende Stück barocker Kunst wieder in der Versenkung verschwinden zu lassen.“ Kotzur plädiert dafür, den Orgelprospekt zu restaurieren und wieder auf einer der beiden Choretten
aufzustellen. Nach Auskunft von Kirchenmusik-Experten könne eine der neuen Orgeln, über die derzeit beraten wird, durchaus dem historischen Gehäuse angepasst werden.
Eine Idee, die zu Dikussionen führen wird. Zumindest hat die Vorsitzende des Dombauvereins, Sabine Flegel, im Gespräch mit der AZ angekündigt, das Thema in der nächsten Vorstandssitzung des
Vereins Ende Juni besprechen lassen zu wollen.
Unterschriften für Domblick
04.06.2011 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de
(mer). Am heutigen Samstag von 9 bis 13 Uhr sammelt der Dombauverein am Höfchen, neben dem Brezelstand, Unterschriften mit dem Ziel, bei der geplanten Neugestaltung des Karstadt-Komplexes die
Blickbeziehung vom Schillerplatz zum Dom zu erhalten. „Bei diesem geplanten Bauprojekt ist es von besonderer Bedeutung, dass gerade das Wahrzeichen unserer Stadt nicht von einem riesigen Kaufhaus
eingemauert wird“, so die Vorsitzende Sabine Flegel.
Unterschriftenaktiondes Dombauvereins
Ludwigsstraßen-Bebauung:
Mainzer Gästeführer setzen sich für Domblick ein
06.06.2011 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de
Von Michael Erfurth
Der Mainzer Gästeführerverband spricht sich bei einer Bebauung der Ludwigsstraße für die Erhaltung der Blickbeziehung zwischen Fastnachtsbrunnen und Dom aus. Auch wenn die Lu mit ihren
Pavillonbauten heute den Anforderungen für ein modernes Geschäftszentrum nicht mehr genüge, hätten die Architekten und Planer der 60er Jahre besondere Weitsicht gezeigt, da sie den Westturm des
Domes nicht aus dem Blickfeld gelassen hatten, so Werner Lütkemeier, neuer Vorsitzender der Mainzer Gästeführer.
Der Künstler Prof. Blasius Spreng, der 1967 den Fastnachtsbrunnen geschaffen hatte, habe diese Intention „so hervorragend umgesetzt, dass die vielen Gäste, denen wir die Stadt zeigen dürfen,
begeistert sind“. Gerade am Schillerplatz lasse sich die Mentalität der Mainzer hervorragend verdeutlichen, betont Lütkemeier.
Die Vorsitzende des Dombauvereins, Sabine Flegel, freute sich unterdessen über die große Resonanz auf die Unterschriftenaktion des Vereins. Am Samstag hatten sich innerhalb von vier Stunden 728
Menschen, die sich für das Freihalten der Sichtbeziehung einsetzen, in die Listen eingetragen – darunter Landesarchäologe Gerd Rupprecht, die MCV-Aktiven Jürgen Dietz und Rudi Henkel und der
ehemalige Mainzer CDU-Vorsitzende Heinz-Georg Diehl. „
"Nicht gegen Einkaufszentrum"
Viele Mainzer sind extra in die Stadt gefahren, um zu unterschreiben“, berichtet Flegel. „Wir sind nicht gegen das Einkaufszentrum an der Lu, bei den Planungen muss der Domblick aber
berücksichtigt werden.“ Der Verein werde weiter Unterschriften sammeln und diese an Oberbürgermeister Jens Beutel, der genauso wie Altstadt-Ortsvorsteherin Ulla Brede-Hoffmann diese
Sichtbeziehung nicht für unbedingt nötig erachtet, übergeben.
Verleger Michael Bonewitz (links) übergibt das Buch an Karl Kardinal Lehmann, der gleich interessiert darin blätterte. Foto: hbz/Jörg Henkel
Ein ganz besonderes Geschenk
Allgemeine Zeitung Mainz
18.05.2011 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de
Von Julia Sloboda
BEGEGNUNGEN Prominente Autoren und Wegbegleiter schreiben über Karl Kardinal Lehmann
Gesehen hatte er das Buch noch nicht. Umso interessierter blätterte Karl Kardinal Lehmann in seinem Geburtstagsgeschenk, das ihm Verleger Michael Bonewitz gestern überreicht hat. In „Begegnungen
mit Karl Kardinal Lehmann“ schreiben prominente Autoren und Wegbegleiter des Mainzer Bischofs über persönliche Erlebnisse, die sie mit Lehmann hatten.
„Unglaublich, wen Sie alles zusammengetragen haben“, freute sich Lehmann. Als Fußballbegeisterter konnte er sich einen Kommentar zu Erfolgs-Trainer Jürgen Klopp, der ebenfalls einen Beitrag
verfasst hat, nicht verkneifen. „Der schwimmt ja gerade auf der höchsten Welle. Aber am Wochenende sah er schon ein bisschen mitgenommen aus“, lachte der Kardinal.
Seiten des Kardinals, die noch nicht jeder kennt
Gerade Jürgen Klopp sei nicht leicht zu erreichen gewesen, erzählte Herausgeber Michael Bonewitz, der die Idee zum Buch und zu möglichen Autoren hatte. „Klopp hat sich riesig gefreut, etwas zu
schreiben. Seine Begegnung mit Lehmann hat ihn damals nachhaltig beeindruckt. Und obwohl er nie ans Handy geht, habe ich ihn doch irgendwann erreicht.“
Ziel sei es gewesen, ein paar Seiten des Kardinals zu zeigen, die noch nicht jeder kennen würde. Das gehe gut bei persönlichen Begegnungen, so Bonewitz, der einen Tenor in den verschiedenen
Beiträgen sieht. „Alle, die dem Kardinal begegnet sind, waren tief beeindruckt, egal ob sie aus der Wirtschaft, der Kultur, der Politik oder dem Sport stammten.“
Alle potenziellen Autoren, die er angefragt hatte, seien bereit zu einem Beitrag gewesen - am schnellsten hatte Bundestagspräsident Norbert Lammert geantwortet, erzählte Bonewitz von der
Entstehung des Buches. Herausgekommen ist ein Werk mit Beiträgen beispielsweise von Helmut Kohl, Angela Merkel, Markus Schächter, Harald Strutz, aber auch mit Worten von Lehmanns Sekretärin oder
Friseurin. „Es geht um die Begegnungen und nicht um den Glauben. Das Buch ist kein theologisches, sondern ein menschliches. Und in erster Linie ist es ein Geburtstagsgeschenk für den Kardinal“,
so Bonewitz. Die Begegnungen, die er zusammengetragen hat, zeigen Lehmann als Chef, als Fußballfan, als geschätzten Gesprächspartner oder als einfachen Kunden beim Friseur um die Ecke. Dabei gehe
es nicht um Personenkult, sondern um eine kleine Spurensuche; darum, ein „paar Mosaiksteine eines beeindruckenden Menschen zusammenzutragen“, so der Verleger.
Ein Teil des Verkaufserlöses geht an den Dombauverein, einen weiteren Teil bekommt die Stiftung Hoher Dom zu Mainz.
Herausragende Bedeutung
30.05.2011 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de
Von Michael Erfurth
LUDWIGSSTRASSE Baudezernentin Grosse macht sich für Domblick stark
Die Stimmen, die für den Erhalt des Domblicks vom Schillerplatz aus beim Bau des geplanten Einkaufszentrums an der Ludwigsstraße eintreten, mehren sich über Parteigrenzen hinweg. „Der Domblick
ist mir ein ganz besonderes Anliegen“, sagte Bau- und Kulturdezernentin Marianne Grosse im AZ-Gespräch. Für die Sozialdemokratin hat die Blickbeziehung vom Fastnachtsbrunnen auf die Domspitze
eine „herausragende Bedeutung“. Schließlich sei der Dom das wichtigste Bauwerk der Landeshauptstadt, „um das uns viele andere Städte beneiden“. Das Thema Domblick werde bei den bevorstehenden
Ludwigsstraßen-Foren, in denen Bürger, Politik und Interessengruppen über das Einkaufszentrum diskutieren, eine wichtige Rolle spielen.
Dombauverein sammelt am Samstag Unterschriften
Dafür wird auch der Dombauverein sorgen, der sich laut der Vorsitzenden Sabine Flegel an die Spitze der Bewegung setzen will. Am Samstag, 4. Juni (9 bis 13 Uhr) will der Verein auf dem
Gutenbergplatz Unterschriften für den Erhalt der Blickbeziehung sammeln, gegen 11 Uhr hätten sich schon „viele Repräsentanten des öffentlichen Lebens“ angesagt. Dass Karl Kardinal Lehmann sich
als einer der Ersten auf der Unterschriftenliste des Vereins eingetragen hat, sieht Flegel als wichtige Stärkung des Anliegens. Nachdem Oberbürgermeister Jens Beutel und Altstadt-Ortsvorsteherin
(beide SPD) erklärt hatten, dass sie sich vorstellen könnten, auf die Blickbeziehung zu verzichten, hätten sich viele Mainzer beim Domverein gemeldet.
Beutel hatte betont, diese Frage müsse im Zusammenhang mit der Größe des Einkaufszentrums zu sehen sein: Denn ein höherer Gebäudekomplex, der die Blickbeziehung beeinträchtigen würde, hätte auf
der anderen Seite den Vorteil, dass ein geringer Bedarf an Grundstücksfläche nötig sei. Der OB betonte gleichzeitig, diese Frage sei noch offen, auch weil sich das Highstreet-Konsortium als
Eigentümer der Karstadt-Immobilie noch nicht festgelegt hat, ob das Hamburger Unternehmen ECE oder Multi Development aus den Niederlanden das 300-Millionen-Euro-Projekt umsetzen soll. Beide
Investoren hätten unterschiedliche Vorstellungen. In einem Arbeitspapier zur Entwicklung der Lu, das der Stadtvorstand abgesegnet hat, heißt es: „Die optische Erfassbarkeit des Doms im Stadtbild
hat einen sehr hohen Stellenwert. Im Rahmen der Entwicklung am Standort ist zu prüfen, welche essenziellen Blickbeziehungen insbesondere zum Dom aufrechterhalten werden müssen.“
Jenseits der Frage des Domblicks, für den sich auch die CDU-Fraktion stark macht, setzt Grosse auf eine erhebliche städtebauliche Aufwertung des Citybereichs zwischen Gutenbergplatz und
Weißliliengasse durch den Bau des Einkaufszentrums. „Die Fassade muss gestalterisch höchsten Ansprüchen genügen.“ Daher sollte ein Wettbewerb durchgeführt werden. Sie tritt dafür ein, dass Kunst
und Kultur bei dem Projekt integriert werden. Unterdessen laufen die Vorbereitungen für die Auftaktveranstaltung zum Ludwigsstraßen-Forum am 21. Juni (18 Uhr im Kurfürstlichen Schloss) auf
Hochtouren. Da auch die Investoren bei den Foren, die nach der Sommerpause weitergeführt werden, mitwirken sollen, könnten die verschiedenen Interessen schon früh aufeinander abgestimmt werden.
„Wir haben schon viele positive Rückmeldungen auf diese Art der frühen Bürgerbeteiligung“, so die Dezernentin. . KOMMENTAR
Vom Schillerplatz aus ist derzeit zumindest die Spitze des Doms gut zu sehen. Und wenn es nach dem Dombauverein geht, soll es auch so bleiben. Foto: hbz / Judith Wallerius
„Blick auf Dom erhalten“
26.05.2011 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de
Von Michael Heinze
WAHLEN Vorstand des Dombauvereins mit überwältigender Mehrheit bestätigt
Kontinuität im Dombauverein: Bei der Jahreshauptversammlung im Erbacher Hof wurde der Vorstand um die Vorsitzende Sabine Flegel von den 262 anwesenden Mitgliedern mit überwältigender Mehrheit
wiedergewählt.
Neben der 44-jährigen Gonsenheimerin haben sich auch ihr Stellvertreter Karl-Josef Wirges, Schatzmeister Theo Stauder, Schriftführer Walter Kützing sowie die Beisitzer Peter Krawietz, Michael
Bonewitz und Dr. Stefan Kern für die kommenden drei Jahre ehrenamtlich zur Verfügung gestellt mit dem Ziel, sich für die Sanierung des Doms einzusetzen. Auf Flegel entfiel eine Gegenstimme, auf
Wirges eine Gegenstimme und zwei Enthaltungen, der Rest wurde einstimmig gewählt. Kraft Amtes Mitglied im Vorstand sind Domdekan Heinz Heckwolf, Dompfarrer Dr. Franz Weinert sowie Dom- und
Diözesankonservator Hans-Jürgen Kotzur.
Laut Flegel wird sich der Vorstand des Dombauvereins „mit aller Kraft dafür einsetzen“, dass der Domblick vom Schillerplatz aus auch nach der Fertigstellung „des neuen, riesigen Einkaufszentrums“
in der Ludwigsstraße gewährleistet ist. „Vom Schillerplatz aus besteht eine herrliche Blickbeziehung“, so Flegel. „Nachdem OB Beutel gesagt hat, darauf könnte man auch verzichten, haben uns viele
Mitglieder ermuntert, dieser Aussage entgegen zu treten.“ Der Dombauverein will eine Unterschriftenaktion starten mit dem Ziel, die jetzige Sichtbeziehung nicht zu verändern. „Die Liste wollen
wir dem OB überreichen“, kündigte Flegel an. „Man darf gespannt sein, ob dann wie versprochen der Bürgerwille tatsächlich in das Geschehen mit einbezogen wird.“
Kardinal Karl Lehmann setzte ein Zeichen und trug sich im Anschluss an die Versammlung in die Liste ein. Zuvor hatte der Kardinal dem Verein, der mit 2157 Mitgliedern zu den mitgliederstärksten
Vereinen der Stadt zählt, Dank ausgesprochen „für all das, was er uns möglich gemacht hat“. Der Dombauverein schaffe „immer wieder diese Brücke zwischen Glaube und Kultur und Verbindungen
zwischen Bürgertum und Kirche“.
In ihrem Rückblick zeigte sich Flegel mit den Entwicklungen zufrieden. Der Dom sei „eine Baustelle, das gilt nicht nur für die Sanierungsarbeiten, die man täglich vor Augen hat“. Zuletzt habe man
eine neue Medienanlage eine Induktionsschleife für Schwerhörige sowie die Restaurierung der St. Gotthardkapelle finanziert. „Jetzt haben wir eine optimale Akustik im gesamten Dom“, so
Flegel.
Die Sanierung des westlichen Vierungsturms beleuchtete Heckwolf. „Das Gerüst würde ausreichen, um 100 Einfamilienhäuser einzurüsten“, veranschaulichte der Domdekan. „An die 60 Tonnen sind es, die
da hängen - am Dom ist alles ein bisschen größer.“ Schatzmeister Theo Stauder erklärte, dass beim Dombauverein im abgelaufenen Geschäftsjahr 333000 Euro an Einnahmen - davon allein 282000 durch
Spenden, von denen 112000 von Mitgliedern stammen und 170000 Euro von Nicht-Mitgliedern - Ausgaben in Höhe von 23000 Euro gegenüberstehen. Macht einen Überschuss von fast 311000 Euro. Das
Gesamtvermögen bezifferte Stauder auf 2,456 Millionen Euro.
So sieht die Ludwigsstraße momentan noch aus. Foto: Sascha Kopp
Ludwigsstraße in Mainz: Beutel sieht ECE im Rennen um Karstadt vorne
19.05.2011 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de
Von Michael Erfurth
Noch ist offen, welcher der beiden Interessenten den Zuschlag für den Bau des Einkaufszentrums an der Ludwigsstraße von Highstreet als Eigentümer des Karstadt-Hauses erhalten wird. Laut
Oberbürgermeister Jens Beutel (SPD) gibt es aber eine Tendenz: „Vieles spricht für ECE, das Unternehmen hat bereits einen Vorvertrag mit der Deutschen Bank abgeschlossen.“ Aber auch
Multidevelopment ist weiterhin im Rennen.
Die Deutsche Bank gehört mit ihrer Mainzer Filiale zu den Grundstückseigentümern im Bereich Ludwigsstraße/Weißliliengasse, die bei dem 300-Millionen-Euro-Projekt mitspielen müssen. Beutel
jedenfalls ist sehr optimistisch, dass das seit vielen Jahren diskutierte Einkaufszentrum mit Karstadt als „Ankermieter“ und einer Shopping-Mall diesmal nicht an Grundstücksfragen oder anderen
Problemen scheitern wird.
Investoren wie ECE gingen meist gut auf die städtebauliche Situation der jeweiligen Stadt ein, versicherte Beutel, der sich unter anderem ECE-Zentren in Karlsruhe und Stuttgart angesehen hat.
Dass der Blick vom Schillerplatz aus auf den Dom durch den Neubau nicht verdeckt werden dürfe, wie von der CDU und dem Dombauverein gefordert, hält Beutel nicht für unbedingt erforderlich. Zum
einen sei diese Blickbeziehung ohnehin monatelang durch die Bäume in der Ludwigsstraße nicht gegeben.
Höhe statt Breite beim Bau entscheidend
Zudem müsse diese Forderung in Beziehung zum Flächenbedarf für das Projekt, für das derzeit 30000 Quadratmeter Nettoverkaufsfläche im Gespräch sind, diskutiert werden: „Je mehr wir bei dem
Gebäude in die Höhe gehen, desto weniger Grundfläche wird benötigt“ sagte Beutel im AZ-Gespräch. In Gutachten soll nun ermittelt werden, wie groß die Verkaufsfläche sein darf, damit das
Einkaufszentrum zum Kundenmagnet wird, ohne das es den ansässigen Handel gefährdet, und welche Sortimente in den Läden in der City bislang nicht ausreichend angeboten werden. Diese beiden
Untersuchungen hat die Stadt an die auf Marktanalysen spezialisierte BulwienGesa AG mit Sitz in Berlin, Frankfurt, Hamburg und München vergeben.
Beutel hob nochmals die Bedeutung der Bürgerbeteiligung in den geplanten fünf Ludwigsstraße-Foren hervor. Denn es gebe neben erfolgreich verlaufenden Projekten auch eine Reihe von
Einkaufszentren, wie in Duisburg, Osnabrück und Emden, bei denen nicht alles rund laufe. Die Ergebnisse dieser Foren sollen dann in den städtebaulichen Vertrag einfließen, wobei der OB auch
verdeutlicht, dass in vielen Fragen letztlich eine Einigung mit dem Investor erzielt werden muss.
Kardinal Karl Lehmann. Archivfoto: dpa
Karl Kardinal Lehmann bleibt länger im Amt - Mainzer Geistliche reagieren begeistert
26.04.2011 - MAINZ / ROM
Allgemeine Zeitung Mainz
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de
Von Monika Nellessen
Mainzer Geistliche reagierten am Dienstag mit Begeisterung auf die Nachricht, dass Papst Benedikt XVI. das Rücktrittsgesuch von Karl Kardinal Lehmann abgelehnt hat. Der Mainzer Bischof bleibt
damit auch nach seinem 75. Geburtstag im Amt.
Pfarrer Gerold Reinbott aus der Pfarrei Mariä Heimsuchung in Laubenheim ist froh: „Er hat uns über Jahre hinweg auch durch schwere Zeiten geführt”, sagt er. Reinbott erinnert sich noch an
Lehmanns Zeiten als Lehrender an der Universität: „Schon als Professor war er sehr angesehen. Er kannte sich in der gesamten Dogmatik hervorragend aus.” Es sei zu erwarten gewesen, dass Lehmann
das Amt weiter besetze, so Reinbott.
In der Lerchenberger Pfarrei St. Franziskus ist Pfarrer Ulrich Jung ebenfalls dankbar für die Arbeit des Mainzer Bischofs: „Lehmann hat über Jahre hinweg viel geleistet. Ich schätze ihn sehr
hoch”. Jung ist auch zufrieden mit Lehmanns Schaffen als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz: „Einen besseren hätte es nicht geben können.” Jung betont außerdem, dass der Kardinal stets
Menschen zusammenführen wollte, ohne ein Schwarz-Weiß-Denken an den Tag zu legen.
Lehmann als "Brückenbauer"
In St. Stephan freut sich Pfarrer Stephan Schäfer über die gute Nachricht. Lehmann sei „ein Brückenbauer, innerhalb der Kirche, aber auch zwischen Kirche und Gesellschaft”. An Lehmanns Zeit als
Vorsitzender der Bischofskonferenz erinnert sich auch Schäfer noch gut: „Besonders die Auseinandersetzung um die Konfliktberatung war sicher eine aufregende Zeit für ihn, die ihn viel Kraft
gekostet hat, aber er war immer bemüht erklärend, vermittelnd und nie profillos an Themen heranzugehen”, berichtet er.
Pfarrer Matthias Lich aus der Pfarrei Heilig Kreuz hätte Lehmann den Ruhestand aus gesundheitlichen Gründen gegönnt, aber Mainz behalte einen Bischof, der sich einsetzt: „Auch als Vorsitzender
der Bischofskonferenz war Lehmann eine Identifikationsfigur für Mainz. Nicht nur für die katholischen, sondern auch evangelischen Bürger.” Lich ist erleichtert, dass Lehmann am Bischofsfest
anwesend sein wird: „Jetzt können wir entspannt das Bischofsfest feiern, wo wir wissen, dass er da ist”, bemerkt der Pfarrer aus der Oberstadt lachend.
Viel für Ökumene getan
Pfarrer Gottfried Keindl aus der Pfarrei St. Nikolaus findet es „bombig”, dass Lehmann weitermacht und lobt Lehmanns ehrliche Art, seine Verlässlichkeit. „Er hat stets versucht, das Kirchenschiff
auf Kurs zu halten, auch in stürmischen Zeiten”, beschreibt der Pfarrer Lehmanns Wirken.
Auch Sabine Flegel, Vorsitzende des Dombauvereins freut sich über die Ablehnung des Rücktrittsgesuchs. „Lehmann ist ein großer Gewinn für die Stadt Mainz und für den Dombauverein. Er hat sich
immer eingesetzt, wenn es um Spenden für die Sanierung ging.” Und er sei über die Grenzen von Mainz hinweg beliebt: „Durch Charisma, Ausstrahlung und vor allem Standhaftigkeit hat er den Glauben
vorgelebt und in seinem Wirken umgesetzt”, so Flegel.
Auch aus evangelischer Sicht hat Lehmann viel für die Ökumene getan. Der Propst für Rheinhessen, Klaus-Volker Schütz, blickt mit Wohlwollen auf die Zusammenarbeit zurück. „Der Mainzer Kardinal
steht für einen Diskurs auf Augenhöhe und viele kleine und große Projekte in der Region.” Selbst wenn es mal schwierig geworden sei, habe Lehmann mit seinem Engagement auch zu unkonventionellen
Lösungen beigetragen, berichtet Schütz über Lehmanns Schaffen.
Pfarrerin Dr. Bettina Opitz-Chen von St. Johannis in der Altstadt, bewertet positiv, dass Lehmann immer versuchte, „Weltlage und Kirche miteinander in Einklang zu bringen“. Lehmann habe gezeigt,
was ökumenisch denkbar und möglich sei, so die Pfarrerin. „Sein Blick war immer in Richtung Zukunft gerichtet. Ich wünsche ihm alles Gute für sein weiteres Schaffen!”
Dr. Hans-Jürgen Kotzur mit dem Domsgickel. Weil die darunter liegende Turmspitze baufällig ist, muss der Gickel aller Wahrscheinlichkeit nach sein Herbstquartier in der Dombauhütte nehmen. Foto: hbz / Jörg Henkel
Gickel räumt vorübergehend die Spitze - Westturm des Mainzer Doms wird saniert
23.04.2011 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de
Von Monika Nellessen
Noch dreht sich der Domsgickel im Wind. Aber es deutet Vieles darauf hin, dass er im Sommer seinen Aussichtsplatz auf dem Westturm räumen muss. In 83 Meter Höhe rostet eine Eisenkonstruktion im
Turminnern vor sich hin. Das sich ausdehnende Metall mit einem Meter Durchmesser sprengt den ummantelnden Stein. Früher oder später ist die sieben Meter hohe Turmbekrönung baufällig.
Die Schadensbehebung ist nicht ohne Risiko: Der Eisenanker muss entfernt und durch nicht rostendes Material ersetzt werden. „Wenn wir einzelne Steine wegnehmen, stimmt die Statik des
Turmaufsatzes nicht mehr und die Standsicherheit ist nicht mehr gegeben“, erklärt Domkonservator Dr. Hans-Jürgen Kotzur beim Ortstermin mit Domdekan Heinz Heckwolf. Die Gefahr sei groß, dass die
aus dem 18. Jahrhundert stammende Turmspitze dann nach unten kracht. Daher plädiert Kotzur für die zweite Variante, den Abbau der kompletten Spitze: Stück für Stück müssen die Steine nach unten
befördert werden. Und der Dom wäre auf westlicher Seite bis in den Herbst kopflos. „Wir beraten das in der Dombaukommission“, sagt Heckwolf, bevor er den Rückweg vom Domgerüst antritt. Vom
Leichhof aus führen drei Aufzüge auf den eingerüsteten Turm. Dazwischen verbinden Metallgitter die Lifte wie Freitreppen im Mainzer Himmel.
Seit zehn Jahren wird der Dom saniert, pro Jahr bei der Außenrenovierung rund eine Million Euro verbaut. Mindestens 15 Jahre sind für die Renovierung veranschlagt, also eine Spanne bis 2016.
Schon das aktuelle Gerüst ist eine Rieseninvestition. Kaufen und anschließend verkaufen sei billiger als mieten, berichtet Heckwolf. Wenn die Stahlverbindungen nicht mehr am Dom gebraucht werden,
reicht das Material, um 100 Einfamilienhäuser einzurüsten.
Zehn Jahre nach Start 80 Prozent der Fassade saniert
Seit 2001 hat sich die Dombauhütte an der Fassade entlang gearbeitet: Von der Ostgruppe zur südlichen Kapellenwand, übers Dach des Langhauses und Obergaden zum Westturm und zur nördlichen
Kapellenwand am Markt. Erst werden die Schäden kartiert, dann ein Konzept zur Sanierung erstellt, später das Ergebnis dokumentiert. Hilfreich sind Photometrie-Bilder, die bei Hubschrauber-Flügen
um den Dom erstellt wurden und nun jeden Stein, jede Säule, Putte und Rosette auf Architekturzeichnungen abbilden. „Rund 80 Prozent der Außenrenovierung haben wir geschafft“, sagt Heckwolf.
Trotzdem bleibt viel Arbeit. Zu sehen ist das auch am Sockel des Westturms, der nicht mehr eingerüstet ist. Der Wechsel zwischen rotem und weißem Gestein erklärt sich dadurch, dass der helle
Kalkstein hier noch nicht seine rötliche Farblasur erhielt. Kotzur: „Über die Farbgebung haben wir lange diskutiert.“ Die sanierten Fassaden zeigen einen Altrosé-Ton, der zu allen Bauphasen
passen soll. Durch den bewusst dünnen Farbauftrag bleibt die Materialbeschaffenheit aber weiter ablesbar, Sand- und Kalkstein also unterscheidbar.
Und auch im Dom hat sich was getan: Die Gotthard-Kapelle ist wieder geöffnet. Ein Wagnis sind die Sanierer eingegangen: Der Putz blieb weg, stattdessen ist der Gebetsraum von purem Mauerwerk
umschlossen. Ein Sandsteinbogen lässt ein früheres Portal erahnen, das aus der Zeit von Willigis stammt. Doch während hier die Gerüste entfernt sind, stehen sie nun auf der anderen Seite des
Hochaltars. Dort machen Wasserschäden dem Abbild des Dompropstes Georg von Schönenberg zu schaffen. „Wie bei der Gotthardkapelle unterstützt uns der Dombauverein hier bei der Renovierung“, sagt
Heckwolf. „Dafür sind wir sehr dankbar.“
In einem Seitenraum der Bischofsgruft befindet sich die Steuerungszentrale für die Medienanlage. Techniker legen letzte Hand an für den Ersteinsatz am Samstag. Fotos:hbz / Jörg Henkel
Mainzer Domsanierung:
Hightech in der Bischofsgruft
23.10.2010 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de
Von Michael Jacobs
Selten sah man Sankt Martin besser gerüstet als in diesen Herbsttagen. Wie ein Silberrücken aus Stahlrohren schwingt sich der Schweif der Arbeitsplattformen von der Leichhof-Seite her auf das
Querhaus, knickt dort, zehn Tonnen schwer, auf der Dachbrücke ab, um dann steil nach oben zum Gickel-Gipfel vorzustoßen. Drei Aufzüge werden hier im Einsatz sein, wenn die Sanierungsarbeiten am
83 Meter hohen Westturms des Doms in ihre heiße Phase treten.
Doch das kann noch ein Weilchen dauern. Zunächst einmal müsse die Statik des Gerüsts abgenommen werden, sagt Domdekan Heinz Heckwolf, dann folge die Fassadenreinigung. Erst danach tritt die
Bauforschung auf den Plan, um anhand fotogrammetrischer Vermessungsdaten die Schäden zu bestimmen, ehe die Steinmetze der Dombauhütte ans Werk gehen können. Schon jetzt deutet sich an, dass es
einiges zu Hämmern, Modellieren und Ausbessern gibt. Bei der letzten Sanierung sei Steinersatzmasse verwendet worden, die nicht gehalten habe, meint Heckwolf. Nun müssten all die Blöcke ersetzt
werden, die sich gelockert haben.
Dombauverein finanziert Audio-Videoanlage
Während dem westlichen Vierungsturm eine Rundumkosmetik noch bevorsteht, sind die Außenarbeiten am Schieferdach der Gotthard-Kapelle so gut wie abgeschlossen, noch vor Beginn des
Weihnachtsmarktes im November sollen die Gerüste weichen. Auch die südliche Kapellenreihe macht, vom Kreuzgang aus gesehen, Fortschritte. Das Kupferdach ist neu gedeckt, jetzt müssen die locker
gewordenen Fensterscheiben abgedichtet werden.
Derweil die Westgruppe äußerlich unbewegt in ihrem stählernen Korsett verharrt, herrscht drinnen in der Bischofsgruft Hochbetrieb. Hier schlägt das Herz der seit Juli unterirdisch in das
Gotteshaus eingebetteten hochmodernen Medienanlage. Über ausladende Steuerpulte und Schaltpläne gebeugt, bereiten Techniker den audiovisuellen Countdown vor. An Samstag soll die Anlage erstmals
für vollen Sound in den Weiten der Kirchenräume sorgen. Man habe die Technik so dezent wie möglich in das Gotteshaus integriert, sagt Heckwolf. Die länglich-schmalen schwarzen Lautsprecher
verschmelzen optisch fast mit den Pfeilern, auch die eingebauten Kameras sind nahezu unsichtbar. Selbst der Monitor am Pult des Domkapellmeisters, mit dem er Bildkontakt zum Organisten aufnehmen
kann, fügt sich artig in die Holzschnitzereien der Dirigentenkanzel ein. Die für 700.000 Euro vom Dombauverein finanzierte Audio-Videoanlage, die problemlos über kleine Kabeltanks im Boden
angezapft werden kann, biete nicht nur bessere Bedingungen bei Fernsehübertragungen, denkbar, so Heckwolf, seien auch Live-Übertragungen besonderer Veranstaltungen ins Internet.
Wassereinbruch am Domprobst-Denkmal
Bei soviel Hightech beruhigt es fast, dass in der Gotthardkapelle ein Restaurator bloß den Pinsel über den Werkstein schwingt, um störende Kittungen zu retuschieren, daneben soll das Udenheimer
Kreuz eine neue Verankerung in der Wand erhalten.
Leichte Sorgenfalten umkräuseln des Domdekans Stirn, als es zum eingerüsteten Grabmal von Probst Georg von Schönenburg geht. Das Halbrelief-Monument wurde völlig von Wasser durchsetzt, das durch
einen bislang unzugänglichen Seitenhof eingedrungen war. Mittlerweile hat man den Hof saniert, das Wasser abgeleitet, doch das Kunstwerk aus Marmor und Stein bleibt einsturzgefährdet. Im
schlimmsten Fall, meint Heckwolf, müsse man das Denkmal zwei Zentimeter von der Wand rücken, damit es ausdünsten könne.
Auf 15 Jahre ist die 2001 begonnene und mit 25 Millionen Euro veranschlagte Renovierung der romanisch-gotisch-barocken Kathedrale terminiert. Für die Außensanierung hält Heckwolf diesen Zeitraum
für realistisch - innen könne es aber durchaus noch länger dauern: „Im Grunde ist die Arbeit am Dom ja nie abgeschlossen“.
Majestätische „Feuerwerksmusik“
12.10.2010 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de
JUBILÄUMSKONZERT Mainzer Dombläser beeindrucken zum 25-jährigen Bestehen
(Cek). 25 Jahre Mainzer Dombläser - in der heutigen Besetzung - waren Anlass für ein anerkennenswertes Benefizkonzert zu Gunsten des Dombauvereins Mainz. Und Domkapellmeister Prof. Mathias
Breitschaft, der vor einem Vierteljahrhundert die damalige Zusammensetzung der Mainzer Dommusik in die heutige Formation mit zwei Trompeten, Posaune, Tuba und Horn änderte, dirigierte auch
das Jubiläumskonzert in großer Blechbläserbesetzung plus Orgel und Schlagwerk. Das größte zu Gehör gebrachte Werk des Abends war Georg Friedrich Händels (1685 - 1759) „Feuerwerksmusik“. Es
ist ohne Frage ein besonderer Umstand, jener Freiluft-Komposition, die Händel speziell für das Feuerwerk auf der Themse - anlässlich des Aachener Friedens - komponiert hatte, in dieser
Besetzung im Mainzer Dom zu lauschen.
Die majestätische Ouvertüre bot Posaunen und Trompeten Gelegenheit zu einem ausdrucksstarken Dialog. Neben weiteren Komponisten des (frühen) Barock Giovanni Gabrieli (1557 - 1612) und Michael
Praetorius (1571 - 1621) stand auch Johann Sebastian Bach (1685 - 1750) auf dem Programm: Domorganist Daniel Beckmanns Interpretation von „Toccata, Adagaio und Fuge in C-Dur BWV 564“ war von
klarer und leichter Art. Direkt auf das Choralvorspiel und den Choralsatz zur Bach-Kantate „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ schloss sich Felix Mendelssohn-Bartholdys (1809 - 1847)
gleichnamige Tondichtung aus dem Oratorium „Paulus“ an. Diese interessante Programmfolge verdeutlichte gleichsam einem musikwissenschaftlichen Seminar, die unterschiedlichen Möglichkeiten,
welche Komponisten verschiedener Epochen nutzten.
Prof. Mathias Breitschafts energisches und dennoch äußerst sensibles Dirigat war die Grundvoraussetzung für die wundervolle Klangharmonie zwischen Orgel und Bläsern in Richard Strauss’ (1864
- 1949) Komposition „Feierlicher Auszug“. Die von Kennerschaft zeugende Bearbeitung für Orgel stammt vom Hornisten der Mainzer Dombläser Thomas Swartman. Dem restlos begeisterten Publikum -
das die Leistung der Mainzer Dombläser mit stehenden Ovationen honorierte - bot das Ensemble schließlich mit einem Satz aus Mendelssohns Oratorium „Elias“ eine Zugabe.
Der Mainzer Dom mit Baugerüst. Foto: Sascha Kopp
„Eingerüstet bis zum Domsgickel“ - Sanierungen am Mainzer Dom
30.08.2010 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de
Von Werner Wenzel
Es wird gebohrt und gehämmert, es werden Strippen gezogen und Gerüste errichtet im und am Dom. Seit Wochen schon sind Techniker und Gerüstbauer. Sterinmetze, Elektriker und Baustatiker wieder im
Gotteshaus zugange. Und sie haben viele Baustellen zu beackern. Schon draußen weithin sichtbar sind die Gerüste, die sich auf der Altstadtseite am Westturm hochziehen.
Wer vom Leichhof kommt, kann den Bauaufzug schon sehen, der die Steinmetze nach oben bringt. „Der Westturm wird jetzt eingerüstet, weil er oben Schäden aufweist“, sagt Dom- und
Diözesankonservator Dr. Hans-Jürgen Kotzur. Diese Schäden sollen nun im Detail ermittelt und dann repariert werden. „Bis hoch zum Domsgickel eingerüstet“ müsse der Turm dafür werden, so
Kotzur.
An der ganzen Westgruppe sollen auch Kunststeine, sogenannte Mineros, entfernt und „durch solide handwerklich gearbeitet Steinmetz-Arbeiten ersetzt“ werden. „Auf jeden Fall, also mindestens ein
Jahr“ dauerten die Bauarbeiten, sagt Kotzur nachdrücklich, schließlich müssten die Steinmetze der Dombauhütte ja jeden Stein einzeln fertigen. „Vielleicht aber auch zwei oder drei Jahre.“
Medienanlage wird auf zeitgemäßen Stand gebracht
Deutlich früher sollen auf der Marktseite die Arbeiten an der Nordfassade des Westquerhauses abgeschlossen sein, „das wird hoffentlich endlich fertig“, so Kotzur. Hier hatten im Vorjahr wegen der
Domfeierlichkeiten die Arbeiten immer mal wieder unterbrochen werden müssen.
Rund 3,7 Millionen Euro haben Domkapitel, Bistum, Bund, Land, Dombauverein sowie private Spender bisher allein für die 2001 begonnene Außensanierung aufgebracht. Ebenfalls noch in diesem Jahr
sollen die Arbeiten an den Dächern der Gotthardkapelle sowie der beiden Seitenschiffe aufgenommen werden.
Zügig voran geht es auch im Inneren, wo Schritt für Schritt „die Medienanlage“, wie Kotzur betont, auf einen zeitgemäßen Stand gebracht wird.
Das betreffe, so Museumsmann Kotzur, „die ohne Wenn und Aber wirklich notwendige Sanierung der Tonanlage“, die den Anforderungen definitiv nicht mehr angemessen gewesen sei, „Aber ich sage
bewusst nicht nur Tonanlage“, schließlich gehe es auch um die Vernetzung der Domorgeln, um Vorrichtungen für Fernsehübertragungen. „Damit haben wir im nördlichen Seitenschiff begonnen und tasten
uns jetzt langsam vor, bis Herbst sollten die Arbeiten weitestgehend abgeschlossen sein“.
Baustelle im Querhaus
Hier hilft der Dombauverein bei der Finanzierung ebenso kräftig mit wie bei einer weiteren Großbaustelle, am Schönenburg-Denkmal im südlichen Westquerhaus, also am Leichhof-Eingang. Rund 700.000
Euro fließen in diese Arbeiten im Inneren.
Dringend notwendig sei die Abtragung des Schönenburg-Denkmals geworden, weil es schlicht „baufällig“ war, erklärt Kotzur, die eisernen Halterungen, mit denen das viele Tonnen schwere steinerne
und marmorne Halbrelief-Denkmal für den 1595 gestorbenen Georg von Schönenburg in der Wand befestigt war, seien angerostet, einzelne Teile schon beweglich gewesen.
Um nun beim Abriss so wenig Substanz wie möglich zu beschädigen, wird im Querhaus eine Baustelle eingerichtet, um die einzelnen Steine zu markieren, zu lagern und später so detailgetreu wie
möglich wieder an Ort und Stelle aufzubauen. Wie lange das alles dauere, sei noch völlig offen, so Domkonservator Dr. Hans-Jürgen Kotzur.
Verzichtete auf Geschenke und konnte so 13 000 Euro spenden: Theo Stauder. Foto: privat
Stauder spendet 13 000 Euro
24.08.2010 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de
Von Clarissa Gröschen
60. GEBURTSTAG Statt Geschenke Geld für gute Zwecke
Anstelle von Geschenken für sich selbst bat Theo Stauder, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Manz eG, zu seinem 60. Geburtstag um Spenden zugunsten karitativer Zwecke. Dabei kamen stolze 13 000
Euro zusammen, die Theo Stauder jetzt in feierlicher Runde überreichte. „Umgerechnet habe ich für jedes meiner 60 Lebensjahre gut 200 Euro erhalten“, freute sich Stauder: „Mein Dank gilt
natürlich allen großzügigen Spendern.“
Mit dem Geld bedachte Stauber sieben Vereine und karitativ tätige Oragnisationen. Adolf Reuter, Vorstand der Mainzer Tafel e. V. lobte den Verzicht auf persönliche Geschenke: „Mit Ihrer Spende
haben Sie dazu beigetragen, die Idee der Tafel am Leben zu halten und weiter auszubauen.“
Der Tafel hatte Stauder 2 000 Euro zugedacht. Auch der Pfarrer-Landvogt-Hilfe e.V., dem Gonsenheimer Sozialverband VdK, dem Dombauverein Mainz, der Katholischen Kirchengemeinde Mainz und den
beiden Evangelischen Kirchengemeinden Gonsenheim kam ein Teil des Spendengeldes zu Gute.
„Ich hoffe, dass Andere den gleichen Weg gehen“, meinte Theo Stauder: „Ich freue mich, dass ich dazu in der Lage bin und habe es mit Hilfe der zahlreichen Spender unter meinen Gästen sehr gerne
getan“.
Die Stele wurde vor knapp einer Woche von einem Lastwagen beschädigt, der Fahrer beging Unfallflucht. Foto: privat
Bronzestele in Gießerei
15.07.2010 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de
NEUGESTALTUNG Kardinal-Volk-Büste wird nach Unfall überarbeitet
(red). Seit vergangenen Freitag steht die Kardinal-Volk-Stele des Künstlers Karlheinz Oswald nicht mehr an ihrem angestammten Platz vor der Römerpassage. Bekanntlich war die Stele vor wenigen
Wochen von einem nicht näher zu identifizierenden Lastwagen angefahren und schwer ramponiert worden. Kulturdezernentin Marianne Grosse hatte sich über diesen Fall von Fahrerflucht verärgert
gezeigt und daher die städtische Kulturabteilung unverzüglich mit der Schadensaufnahme beauftragt. Bei der Polizei wurde Anzeige gegen Unbekannt erstattet.
Nun befindet sich die Bronzestele in einer Gießerei in Bayern, wo sie im Auftrag der Stadt Mainz und in enger Kooperation mit dem Künstler neu gestaltet wird. Bevor das Kunstwerk zu Ehren Volks
voraussichtlich Ende August oder Anfang September wieder ihren derzeit verwaisten früheren Platz einnimmt, wird das rund 300 Kilogramm schwere Kunstwerk patiniert, um den Farbton der Stelen
abzudunkeln und um die Büste des Kardinals hervorzuheben.
Die Büste mit dem Konterfei des langjährigen Mainzer Bischofs Kardinal Hermann Volk, der 1973 von Papst Paul VI. zum Kardinal und zwei Jahre darauf zum Ehrenbürger der Stadt ernannt worden war,
wurde im Dezember 2005 auf dem Kardinal-Volk-Platz an der Römerpassage enthüllt.
Anton Issel, der Ehrenvorsitzende des Dombauvereins, hatte damals das Projekt initiiert und Sponsoren gefunden, die die Skulptur finanzierten. Das Bistum schenkte dann der Stadt die 1986
geschaffene und in die Stele integrierte Büste.
v.l.n.r.: Domdekan Heinz Heckwolf, Horst Ernehrt, Manfred Efflinger (BFE), Sabine Flegel Dombauverein
Besserer Klang für Gotteswort
30.06.2010 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de
Von Bernd Funke
DOM Monitore in Seitenschiffen / Dombauverein zahlt 700 000 Euro
Die Akustik des 1 000-jährigen Martins-Doms hat ihre Tücken. Davon können nicht allein die Domorganisten ein Klagelied singen, sondern auch viele Gottesdienst-Besucher. Modernste Technik soll in
den kommenden drei Monaten dieser Situation ein Ende bereiten. Am Montag wurden die zeitlichen Eckpunkte der aufwändigen (Ein-)Baumaßnahme festgelegt.
Domdekan Heinz Heckwolf, der zugleich Domkustos und damit für die bauliche Unterhaltung der Kathedrale verantwortlich zeichnet, will auf jeden Fall die Stiftsferien nutzen, denn in dieser Zeit
machen die Chöre am Dom Urlaub.: „Wir werden die Zeit ab Juli für die Ein- und Umbaumaßnahmen nutzen. Bis Ende September soll auf jeden Fall alles fertig sein.“ Erneuert werden soll die gesamte
Lautsprecheranlage des Doms. Heckwolf: „Dazu gehört auch, dass eine so genannte Schwerhörigenschleife eingebaut wird.“ Zum „Paket“ gehören auch eine neue Mikrofonanlage und eine neue
Bildübertragung. „Die ist notwendig, weil durch die baulichen Gegebenheites des Doms kein direkter Blickkontakt zwischen dem Organisten und dem Dirigenten möglich ist.“ Die rund 40 Jahre alten
Monitore werden aus dem Verkehr gezogen.
Zum Maßnahmenkatalog gehört auch die Erneuerung des in die Jahre gekommenen Leitungsnetzes mit seinen „logistischen Anschlüssen aus und in den Dom“. Wichtige technische Einrichtungen etwas bei
Rundfunk- oder Fernsehübertragungen aus dem Gotteshaus.
In den Seitenschiffen sollen Monitore installiert werden. Der Domdekan erklärt: „Bei Gottesdiensten mit großer Beteiligung, wie beispielsweise bei der Christmette, können die Gläubigen, die in
den Seitenschiffen Platz finden, das Geschehen am Altar nicht verfolgen.“ Durch die Monitore soll dieser Missstand nun bald der Vergangenheit angehören. Gerne würde Heckwolf auch eine Einspeisung
ins Internet möglich machen.
Wie bei allen Maßnahmen im altehrwürdigen Gotteshaus hat auch bei den jetzt anstehenden der Gedanke des Denkmalschutzes einen besonders hohen Stellenwert. „Dadurch, das unter dem Dom zwei
übereinander verlaufende Gänge liegen, können wir den oberen für die Verlegung der neuen Leitungen nutzen und müssen nur an einer Stelle den Boden aufmachen“, freut sich der Domkustos. Auch die
Säulen werden nicht durch Lausprecherinstallationen beschädigt. Man hat sich im Würzburger Neumünster Anregungen geholt und stellt die Lautsprecher auf farblich angepasste Stahlrohre, in deren
Inneren die daumendicken Leitungen verlaufen. Beauftragt mit den Arbeiten wurde die Gonsenheimer Firma BFE Studio und Mediensysteme.
Die vom Dombauverein zur Verfügung gestellten rund 700 000 Euro sollen auch für die Renovierung der Gotthard-Kapelle und des Grabmals des Georg von Schönenburg verwendet werden, erklärt Heckwolf.
Im Zeichen des Doms
31.12.2009 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de
(mij). Das kulturelle Jahr steht ganz im Zeichen des Domjubiläums. Vom 1. Februar bis 15. November erinnern zahlreiche Veranstaltungen an die Vollendung der Willigis-Kathedrale vor 1000 Jahren.
Neben festlichen Gottesdiensten,
TV-Dokumentationen in ZDF und SWR, Konzerten, einem Benefizspiel der 05er gegen Bayern München oder der Präsentation eines Modells des Willigis-Domes würdigt auch die AZ das Jubiläum mit
Gesprächsforen, einer Kinder-Uni-Veranstaltung, Kooperationen mit dem Dombauverein und einer Sonderbeilage über das Gotteshaus.
Im Schatten des Doms gibt es aber noch andere Höhepunkte in Kunst und Kultur - etwa die Verleihung des renommierten Faust-Theaterpreises an den langjährigen Mainzer Ballettdirektor Martin
Schläpfer, die große Otmar Alt-Ausstellung in der Rheingoldhalle, der Auftritt von Woodstock-Legende Carlos Santana im Volkspark oder der Besuch des Schauspielers Mario Adorf beim Mainzer
Filmz-Festival.
v.r.n.l.: Sabine Flegel, Karl Kardinal Lehmann, Generalvikar Giebelmann, Frau Wendel
Bischof als Baum-Verkäufer
21.12.2009 - ALTSTADT
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de
AKTION Karl Lehmann bringt zugunsten des Dombauvereins Tannen unters Volk
ALTSTADT (ums). Zu Gunsten des Dombauvereins wurden am Freitag und Samstag Weihnachtsbäume im Hof des Bischöflichen Ordinariates verkauft. Der Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, unterstützte
die Aktion bei eisiger Kälte: "Heute gibt es Bäume mit Schnee, das ist toll!" Insbesondere Menschen aus der Umgebung kamen, um sich hier ihren Baum auszusuchen: "Viele ältere Menschen nutzen die
Gelegenheit, weil wir hier junge Männer haben, die sich engagieren und die ihnen die Bäume nach Hause tragen", erklärte der Kardinal.
Die Käufer konnten sich einen Baum aussuchen und sich von fleißigen Helfern zurechtsägen und stutzen lassen. Der Weihnachtsbaumverkauf fand in diesem Jahr zum zehnten Mal statt. Genau wie der
Kardinal war auch Gerda Winter wie immer mit dabei. Als Dombauvereinsmitglied unterstützte sie die Aktion vom ersten Tag an: "Ich mache hier Bratwurst und Glühwein, jedes Jahr wieder."
"Der Dombauverein braucht viele fleißige Helfer wie Gerda Winter", sagte die Erste Vorsitzende des Dombauvereins, Sabine Flegel. 30 Prozent der Einnahmen fließen dem Dombauverein zu. "Letztes
Jahr waren es 750 Euro, damit rechnen wir dieses Jahr mindestens auch", sagte Flegel. Auch Kardinal Lehmann möchte mit seiner Teilnahme beim Verkauf den Ehrenamtlichen Danke sagen. "Das ist eine
Wertschätzung für uns, dass er das tut", bemerkte Flegel.
Der Dombauverein besteht seit zehn Jahren und sammelt Gelder zur Erhaltung und Sanierung des Mainzer Doms. Bis jetzt sind laut Flegel in der gesamten Zeit 2,4 Millionen Euro zusammen gekommen.
"Durch viele Aktionen wollen wir erreichen, dass die Bürger dieser Stadt als Zeichen der Solidarität Mitglied in unserem Verein werden", sagte Flegel.
Sabine Flegel, neue Vorsitzende des Dombauvereins, wurde gestern mit überwältigender Mehrheit gewählt. Auch Bernd Koslowski, Mitglied der Geschäftsleitung der Verlagsgruppe Rhein-Main (l.), und Domdekan Heinz Heckwolf gratulierten.Sascha Kopp
Einsatz für "Herz der Stadt"
20.11.2009 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de
Von Bernd Funke
DOMBAUVEREIN Mitglieder wählen Sabine Flegel zur Vorsitzenden
"Der Dom ist das Herz unserer Stadt - und dieses Herz darf nie aufhören zu schlagen", appellierte Sabine Flegel, die stellvertretende Vorsitzende, an die weit mehr als 200 Mitglieder des
Dombauvereins, den die Gonsenheimer Ortsvorsteherin seit einigen Monaten kommissarisch führte. Vor zahlreichen Ehrengästen im Ketteler-Saal des Erbacher Hofs dankte Flegel gestern Abend vor allem
den Geldgebern und Sponsoren, aber auch ihrem Medienpartner im Jubiläumsjahr des Doms, der Verlagsgruppe Rhein Main, die durch das Mitglied der Geschäftsleitung, Bernd Koslowski, vertreten war.
Die Geschäftsberichte konnten positiver nicht ausfallen: Die Mitgliederzahl stieg auf 2 191, das Bankguthaben beläuft sich derzeit auf mehr als 2,1 Millionen Euro. Der scheidende Schatzmeister
Karl-Heinz Hummel legte einen Überschuss von 419 156 Euro und damit einen Zuwachs von 145 000 Euro gegenüber dem Vorjahr offen. Einstimmig erteilte die Mitgliederversammlung dem Vorstand
Entlastung, bevor Bürgermeister Norbert Schüler die Wahlleitung übernahm. Sabine Flegel, seit 2005 im Vorstand, wurde per Handzeichen mit überwältigender Mehrheit zur Nachfolgerin von Rainer Laub
gewählt, der sein Amt (die AZ berichtete) im vergangenen Monat niedergelegt hatte. Auch die übrigen Wahlen (s. Infokasten) erfolgten nahezu einstimmig.
Flegels Dank galt Laub, dem "Motor im Vorstand". Mit einem Abschiedsgeschenk, einem Stahlstich des Doms aus dem Jahre 1860, verband Flegel den Wunsch für Laub, "dass die Menschen wieder lernen,
mit dem Herzen zu sehen".
Als "fabelhaft" lobte Bernd Koslowski die Medienpartnerschaft zwischen der Allgemeinen Zeitung , dem Bistum und dem Dombauverein, den er als "überkonfessionelle Mainzer Bürgerbewegung"
bezeichnete. Koslowski erinnerte auch mit Hilfe von projizierten Bildern nicht nur an die Dombeilage der AZ, die in einer Auflage von rund 250 000 Exemplaren begehrter Lese- und Informationsstoff
war und mittlerweile in Buchform erschienen ist. Domdekan Heinz Heckwolf dankte der AZ vor allem für die gemeinsam mit dem Dombauverein initiierte eigene Veranstaltungsreihe zum Domjubiläum, die
überaus erfolgreich gewesen sei. Er sei, so Heckwolf, "überrascht und berührt" gewesen vom großen Interesse der Bevölkerung und sprach von einer "sehr erfolgreichen Jubiläumszeit".
Das bestätigte auch Bernd Koslowski, er sprach von einem "unkomplizierten Miteinander" und bekannte, Bezug nehmend auf den Slogan "Der Dom braucht viele Freunde": "Wir sind stolz, dass die
Verlagsgruppe Rhein Main sich zu den Freunden zählen kann."
250000 Euro für die Domsanierung
13.11.2009 - MAINZ
Quelle: www.allgemeine-zeitung.de
(mon). "Es war ein Riesenerfolg, mit dem wir so nicht gerechnet haben." Begeistert zieht Sabine Flegel, stellvertretende Vorsitzende des Mainzer Dombauvereins, ein erstes Fazit des Domjubiläums.
Nach ihren Angaben hat der Verein im ablaufenden Jahr rund 250000 Euro Spenden gesammelt, die der Domsanierung zu Gute kommen. Zugleich habe der Verein rund 200 neue Mitglieder gewonnen. Dazu
trug wohl auch ein reichhaltiges Veranstaltungsprogramm bei, das der Verein in Medienpartnerschaft mit dieser Zeitung organisierte. Über 5000 Interessierte nahmen teil. "Wir haben nicht nur die
Köpfe, sondern auch die Herzen erreicht."
Zum Angebot zählten etwa exklusive Domführungen mit Domkonservator Dr. Hans-Jürgen Kotzur, eine Kinder-Uni mit Domdekan Heinz Heckwolf, ein Open-Air-Konzert des Polizeiorchesters Rheinland-Pfalz
und die Aufführung des Oratoriums "Elias" von Mendelssohn-Bartholdy vom Philharmonischen Orchester des Mainzer Staatstheaters mit den Chören am Dom.
Zum Engagement dieser Zeitung gehörte die Erstellung einer Beilage mit Beiträgen von Kardinal Lehmann und namhaften Historikern sowie Gesprächen mit Generalvikar Dietmar Giebelmann und Domdekan
Heckwolf. Wegen großer Nachfrage liegt die Zusammenstellung, die auch die kunsthistorischen Schätze des Doms anschaulich präsentiert, inzwischen als Broschüre vor.